Heuschnupfen im Winter? Fliegen da schon Pollen?

IÜberall liegt Schnee, nirgends eine Spur von Heu und trotzdem Heuschnupfen? Das kann ja eigentlich nicht möglich sein, oder doch? Im Winter sollte man doch wenigstens eine Weile Ruhe haben vor den Pollen. Und, wieso war das früher besser?

 

Es ist tatsächlich so. Die Pollenflugsaison hat sich verändert. Das liegt jedoch nicht am Klimawandel. Natürlich hat das Wetter einen grossen Einfluss. Die Blütezeit einer bestimmten Baumart beginnt nicht jedes Jahr an demselben Tag. Sie dauert aber jedes Jahr ungefähr gleich lang. Es hat aber tatsächlich eine Verlängerung der Pollensaison stattgefunden. Dies ist auf die Pflanzung von Bäumen zurückzuführen, welche nicht bei uns heimisch sind. Meist werden diese Bäume gewählt, weil sie in unserem Klima gut gedeihen. Ein bekanntgewordenes Beispiel dafür ist die Purpurerle. Sie ist eine Kreuzung zweier fremder Erlenarten und wird gerne an belebten Stadtstrassen gepflanzt. Die Purpurerle blüht jedoch bereits an Weihnachten! Jemand, der gegen Erlenpollen allergisch ist, der hat nicht nur Probleme mit den einheimischen Erlenarten, sondern auch mit den Pollen der Purpurerle. Damit verlängert sich für diese Allergiker die gefährliche Zeit massiv. Vielfach wird das nicht mal richtig erkannt. Eine triefende Nase Ende Dezember oder im Januar hält man normalerweise nicht für Heuschnupfen. Man vermutet eher eine Erkältung, welche auf die entsprechenden Mittel nicht reagiert.

 

Was das Beispiel der Purpurerle zeigt, ist die Tatsache, dass man sich besser überlegen sollte, welche Arten von Pflanzen man importieren sollte. Es gibt auch schöne Bäume, welche nicht mittels Windbestäubung befruchtet werden. Solche Bäume sind für Allergiker kein Problem, da keine Pollen durch die Luft segeln. Speziell an Orten, wie Einkaufsstrassen oder in Schulhöfen sollte auf die Tatsache, dass immer mehr Menschen eine Polenallergie haben, Rücksicht genommen werden.